Viele Diabetiker leiden unter trockener, juckender oder rissiger Haut – besonders im Frühjahr. Das ist kein Zufall, denn die Haut reagiert sensibel auf Stoffwechselstörungen. In der kalten Jahreszeit bekommt sie zu wenig Feuchtigkeit, gleichzeitig trocknet warme Heizungsluft die Haut zusätzlich aus. Kommt ein erhöhter Blutzucker hinzu, verschärfen sich die Probleme oft noch deutlich. Wie Sie Ihre Haut gezielt schützen und wieder ins Gleichgewicht bringen, erfahren Sie hier.
Achten Sie auf diese Alarmzeichen
- Infektionen durch Bakterien (meist Wundrose oder Erysipel)
- Rötliche Flecken auf den Unterschenkeln (diabetische Dermopathie)
- hartnäckige Pilzinfektionen (oft Candida)
- Juckreiz (Pruritus diabeticorum)
- Necrobiosis lipoidica (braune Knubbel mit rötlichem Rand auf den Schienbeinen)
- Pseudoacanthosis nigricans (braune Verdickungen im Nacken, in den Achseln oder in der Leiste)
Seltene Ursache: Diabetes-Medikamente
- SGLT-2-Hemmer führen manchmal zu Exanthemen (Hautausschlag), Urtikaria (Nesselsucht) und Ekzemen.
- Metformin ist ein tolles Medikament gegen Diabetes. Extrem selten kann es Hautrötungen, Juckreiz und Nesselsucht auslösen.
- DPP4-Tabletten können das bullöse Pemphigoid auslösen (extreme Blasenbildung).
- Sulfonylharnstoffe können eine allergische Nesselsucht auslösen. Heute gibt es bessere Diabetes-Tabletten .
Mein Tipp
Ein guter Blutzucker ist genauso wichtig wie eine gute Hautpflege. Als Grenzwert gilt ein Langzeitblutzucker HbA1c von unter 7,5 Prozent. Ein zu hoher Blutzucker beschädigt Ihre Gefäße und Nerven in der Haut. Das behindert Ihre Schweiß- und Talgdrüsen. Ihre Haut trocknet aus. Bei hohen Blutzuckerwerten verlieren Sie auch vermehrt Wasser über die Nieren.
Reinigen Sie so sanft wie möglich
Achten Sie auf alkoholfreie Produkte. Einen entsprechenden Hinweis finden Sie immer im Kleingedruckten auf der Packung. Benutzen Sie bei Bedarf zum Lesen eine Lupe. Kaufen Sie nur Produkte, die rückfettend sind und Feuchtigkeit spenden.
Mein Tipp
Wenn Sie sich nicht schminken, reicht klares Wasser zur Reinigung Ihrer Haut aus. Beim Reinigen Ihrer Haut gilt generell das Motto „Weniger ist mehr“. Ich kenne sogar Menschen, die alle Körperpartien lediglich mit Wasser reinigen. Ein paar extreme Exemplare duschen sich sogar nur einmal in der Woche. Ihre Umwelt ahnt nichts davon, denn gesunde Haut riecht angenehm.
Sanftes Vorgehen nach dem Bad
- Tupfen Sie Ihre Haut am ganzen Körper mit Ihrem Handtuch nur sanft ab. Sie sollten nicht kräftig rubbeln. Ganz besonders gilt dies für Ihr Gesicht.
- Wenn Sie sich nach dem Bad eincremen, ist Eile geboten. Ihre Poren in der Haut schließen sich innerhalb der ersten 5 Minuten nach dem Bad. Doch offene Poren nehmen die Wirkstoffe wesentlich besser auf.
- Achten Sie auf die optimalen Pflegeprodukte: Eine gute Feuchtigkeitscreme schützt Ihre Haut vor Kälte und Wind. So bleibt Ihre Haut schön feucht. Das verhindert die oben erwähnten Hautprobleme.
Gut zu wissen: Weniger ist mehr!
Trauen Sie sich, ausschließlich die neuralgischen Punkte Ihres Körpers (Gesäß, Geschlechtsorgane und Achseln) mit Reinigungs-Produkten zu säubern. Ihren übrigen Körper können Sie einfach mit warmem Wasser abspülen.
Kratzen Sie nicht bei Juckreiz!
Juckreiz ist extrem störend. Wenn Sie sich kratzen, verletzen Sie Ihre Haut. Bakterien und Pilze werden eindringen und Infektionen hervorrufen.
Besuchen Sie einen Hautarzt, wenn Sie unter Juckreiz leiden. Ihr Hautarzt verschreibt Ihnen eine Spezialsalbe. Diese enthalten manchmal auch Glukokortikoide.
Meine Produkt-Empfehlungen
Kaufen Sie nur Cremes, die frei von Parabenen, Farbstoffen und Mineralölen sind.
- Urea und Hyaluronsäure spenden Feuchtigkeit.
- Nachtkerzen- oder Olivenöl ist gut verträglich. Dies gilt allerdings nicht für reine Fettsalben wie Vaseline.
- Bepanthol Intensiv Körperlotion, 400 ml für 15 Euro. Gibt es in der praktischen Spenderflasche. Enthält das Pro-Vitamin Dexpanthenol und einen patentierten Feuchthalte-Komplex.
- Lavera Shampoo, 200 ml für 6 Euro. Ich benutze es selbst. Es reinigt mit mildem Kokosöl. Betain macht Ihre Haut geschmeidig. Ein eventuelles Spannungsgefühl nach dem Duschen fällt weg.