Viele Menschen stört das Fett am Bauch vor allem aus optischen Gründen. Doch besonders das tief sitzende viszerale Fett ist gesundheitlich gefährlich. Es fördert die Insulinresistenz und treibt den Blutzucker dauerhaft nach oben. Verschwindet dieses Körperfett, verschwindet auch der Diabetes. Mit den Tipps aus diesem Artikel verbessern Sie Ihre Blutzuckerwerte nachhaltig.
Warum Bauchfett so gefährlich ist
Wenn Sie rund um Ihren Bauchnabel Ihr „Hüftgold“ fassen können, schlummert das Fettgewebe auch im Inneren. Diese Fettschicht nennt sich viszerales Fett. Sie liegt in Ihrer Bauchhöhle unter Ihren Muskeln. Das viszerale Fett lagert sich direkt an Ihrem Darm an und stellt ein großes Risiko für folgende Gesundheitsgefahren dar:
- Diabetes Typ 2
- Fettleber
- Bluthochdruck
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
Viszerales Fett schadet Ihnen
Das Fett in Ihrer Bauchhöhle schüttet verschiedene Substanzen in Ihren Kreislauf aus. Einige dieser Stoffe waren in grauer Vorzeit sinnvoll. Doch damals haben die Menschen sich deutlich mehr bewegt und natürliche Lebensmittel gegessen. Bedingt durch unsere heutigen Lebensumstände sind alle folgenden Substanzen aus dem viszeralen Fett schädlich:
- Östrogen: Frauen mit einem ganz kleinen Bauch kommen meist besser durch die Wechseljahre als sehr dünne Frauen. Doch ist der Bauch zu dick, lei-den Frauen unter Osteoporose und Männer unter Unfruchtbarkeit. Beide Geschlechter neigen zu Diabetes Typ 2.
- Interleukin-6: Dieser Stoff ruft Entzündungen in Ihrem Körper hervor. Besonders schlimm sind diese Entzündungen in Ihren Gefäßen, sie können zu Atherosklerose (Gefäßverkalkungen) führen.
- Triglyceride (Blutfette), Leptin und Adiponektin (s. nachfolgend).
Leptin: Das Sättigungs-Hormon
Schwimmt Leptin in unserem Blut, sind wir satt. Das Bauchfett des Übergewichtigen produziert Leptin. Eigentlich müsste der Übergewichtige somit immer satt sein (und wieder Gewicht verlieren). Doch dem ist nicht so!
Das Gegenteil ist der Fall: Der Übergewichtige hat zu viel Leptin. Die Rezeptoren für Leptin im Gehirn funktionieren nicht mehr. Der Übergewichtige hat immer Hunger. Auch Leptin-Medikamente wirken aufgrund der kaputten Rezeptoren nicht mehr.
Adiponektin: Das Insulin-Hormon
Das viszerale Fett bremst die Produktion des Gewebshormons Adiponektin. Doch ohne genügend Adiponektin kann Ihr eigenes Insulin nicht mehr wie gewohnt wirken. Deswegen ist Übergewicht auch der größte Risikofaktor für Diabetes Typ 2. Gesunde Menschen erkranken durch das Übergewicht an Diabetes bzw. Diabetiker leiden unter immer schlechteren Blutzuckerwerten.
Achten Sie auf diese Kennzahlen
- Taillenumfang: Messen Sie morgens nach dem Aufstehen mit einem Maßband Ihre Taille. Diese Werte sind maßgeblich: Frauen max. 88 cm und Männer bis max. 102 cm.
- Waist-to-Height-Ratio: Das ist das Verhältnis von Taillenumfang zu Ihrer Körpergröße. Messen Sie ebenfalls morgens. Dividieren Sie Ihren Taillenumfang durch Ihre Körpergröße.
Der Grenzwert steigt mit dem Alter an. Er beträgt bis 40 Jahre 0,5. Mit 50 Jahren beträgt er 0,55. Mit 60 Jahren lautet die Zahl 0,6. Ihre Ratio sollte unter dem Grenzwert liegen.
Vorsicht: Stress fördert Bauchfett
Bei seelischer Anspannung schüttet die Nebennierenrinde das Stresshormon Cortisol aus. Ihr Körper rechnet mit einer akuten Notsituation. Ihr Körper legt Energiereserven in Form von Fett an. Gleichzeitig verweigert Ihr Körper den Muskelaufbau. Das treibt Frauen im Fitnessstudio regelmäßig in den Wahnsinn. Weniger Stress wäre hier die einfache Lösung.