Schwindel bei Diabetes – Das können Sie konkret tun

Schwindel bei Diabetes – Das können Sie konkret tun © pathdoc, Adobe Stock

Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. Etwa 10 Prozent der Menschen leiden unter Schwindel. Besonders Menschen mit Diabetes sind davon überdurchschnittlich häufig betroffen. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von schwankenden Blutzuckerwerten bis hin zu Kreislaufproblemen. Genau deshalb ist Schwindel oft schwer einzuordnen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Ursachen und was Sie konkret tun können, um Schwindel wieder loszuwerden.

Achten Sie auf diese Zusammenhänge

  • Hat Ihr Arzt bereits eine Schädigung der Nerven wegen Ihres Diabetes diagnostiziert?
  • Stimmt Ihr Blutdruck? Könnte es sein, dass Sie Medikamente gegen hohen Blutdruck zu stark dosiert haben?
  • Treten bei Ihnen Unterzuckerungen ein?
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit?

So vermeiden Sie Nervenschäden

Eine Schädigung der Nerven, auch Neuropathie genannt, ist die Hauptursache für Schwindel bei Diabetikern. Der Grund sind kranke Nerven in den Füßen und Beinen. Die Patienten fühlen sich, als wäre der Boden mit Schaumgummi ausgelegt. Ganz typisch ist, dass der Schwindel auftritt, wenn die Füße die Erde berühren. Bleiben Sie unbedingt aktiv! Sonst verliert Ihr Körper nach und nach das Gleichgewichtsempfinden. Fahrradfahren und Schwimmen klappen trotz Neuropathie.

Das können Sie tun: Einer bereits eingetretenen Neuropathie ist schwer beizukommen. Vermeiden Sie unbedingt die Entstehung einer Nervenschädigung. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie Ihren Langzeitblutzucker HbA1c unter 7 Prozent halten. Für ältere Menschen ab dem 75. Lebensjahr darf der Wert 7,5 Prozent betragen.

Mein Tipp

Tritt Schwindel erstmals auf oder wird er von Erbrechen, Atemnot, Ohnmacht oder Fieber begleitet, rufen Sie sofort den Notarzt. Gleiches gilt bei Lähmungen oder Sprachstörungen – hier besteht Schlaganfall-Verdacht. Zögern Sie nicht und wählen Sie umgehend die 112. (Die Rufnummer funktioniert sowohl vom Handy als auch vom Festnetz. Sie werden an die zuständige Notfall-Leitstelle weitergeleitet.) Jede Minute zählt!

Achten Sie auf Ihren Blutdruck

Diabetiker haben oft mit zu hohem Blutdruck zu kämpfen. Dagegen gibt es heutzutage effektive Medikamente. Doch oft nehmen Bluthochdruck-Patienten eine zu hohe Dosis ein. Dann sinkt der Blutdruck zu stark und das kann auch Schwindel auslösen.

Das können Sie tun: Bitten Sie Ihren Arzt um eine Langzeit-Blutdruckmessung. Damit können Sie eventuelle Defizite bei Ihrer Blutdruck-Medikation eindeutig lokalisieren.

Vermeiden Sie Unterzuckerungen

Für den Körper des Diabetikers stellt eine Unterzuckerung einen echten Notfall dar. Der Körper sendet Alarmsignale. Eines dieser Alarmsignale ist der Schwindel. Doch bei einer Unterzuckerung kommt der Schwindel nicht allein. Es gesellen sich Herzrasen und Schweißausbrüche hinzu.

Das können Sie tun: Unterzuckerungen können nur auftreten, wenn Sie Medikamente gegen Diabetes einnehmen. Falls Sie Ihren Diabetes auf natürlichem Wege besiegen, schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:

  1. Unterzuckerungen sind unmöglich und
  2. Sie sind nicht mehr abhängig von Diabetes-Medikamenten.

Mit einer guten Patientenschulung und modernen Diabetes-Medikamenten stellen Unterzuckerungen kein großes Gesundheitsrisiko für Sie dar.

Wichtig!

Heute sollte kein Diabetiker mehr Sulfonylharnstoff einnehmen (das sind Tabletten gegen Diabetes). Ebenso ist die starre (konventionelle) Insulintherapie überholt. Falls Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihren behandelnden Arzt konkret nach den neuesten Diabetes-Medikamenten.

Trinken Sie genug Wasser

Schwindel wird beim Menschen im Innenohr ausgelöst. Hier sitzt das Gleichgewichtsorgan (Vestibular-apparat). Wenn Sie nicht genug trinken, wird dieses sensible Organ nicht genug durchblutet. Dann sendet es fälschlicherweise ein Signal von Schwindel zum Gehirn. Gleiches passiert, wenn der Blutdruck zu niedrig ist.

Das können Sie tun: Trinken Sie 1,5 Liter Wasser am Tag. Diese Regel gilt nicht, wenn Ihr Arzt Ihnen dies explizit verboten hat. Grund könnte zum Beispiel eine Nierenschwäche sein.

Sprechen Sie Ihren Hausarzt an

Niemand sieht Ihnen Ihren Schwindel an. Schwindel ist ein ernst zu nehmendes Symptom und keinesfalls eine normale Alterserscheinung. Berichten Sie unbedingt Ihrem Hausarzt davon. Ihr Hausarzt wird Sie an die Experten überweisen. Zuständig sind der Halsnasenohrenarzt, der Diabetologe und der Neurologe.

Drei klassische Arten der Therapie

  • Die Homöopathie setzt Belladonna, Calcium carbonicum, Conium maculatum, Graphites und Ignatia amara gegen Schwindel ein.
  • Antivertiginosa lindern die Beschwerden bei akutem Schwindel. Wirkstoffe sind Betahistin, Dimenhydrinat, Flunarizin, Scopolamin, Sulpirid und Thiethylperazin. Ihr Arzt entscheidet im Einzelfall über die Gabe dieser Medikamente.
  • Trainieren Sie Ihren Gleichgewichtssinn. Stellen Sie sich dafür einfach jeden Tag so lange wie es geht auf ein Bein (erst rechts, dann links). Bleiben Sie unbedingt aktiv im Alltag. Das hilft mehr als alle Medikamente.