Bleibt der Blutzucker über viele Jahre zu hoch, werden die kleinen Blutgefäße und Nerven der Füße geschädigt. Das Tastgefühl, die Druckwahrnehmung und die Schmerzempfindlichkeit nehmen langsam ab. Genau darin liegt die große Gefahr: Druckstellen durch Schuhe, kleine Verletzungen oder Schnitte bleiben oft unbemerkt. Solche Wunden heilen bei Diabetikern besonders schlecht und können im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen. Seit einiger Zeit zahlt Ihre Kasse die relativ neue „HBO-Therapie“ gegen diese Probleme.
Der diabetische Fuß ist eine der gefürchtetsten Komplikation im ärztlichen Alltag. Betroffene haben über mehrere Monate enorme Probleme. Der Alltag ist stark eingeschränkt, denn die Patienten dürfen den Fuß nur leicht belasten.
Haben die Diabetiker Pech, entzünden sich Gewebe und Knochen im Wundbereich. Im Extremfall stirbt das Gewebe ab. Diesen ganzen Komplex an Problemen nennen Ärzte einen diabetischen Fuß.
Gut zu wissen
Die klassische Therapie des diabetischen Fußes ist die sorgfältige Behandlung der Wunde. Ihr Arzt wird je nach Größe, Tiefe und Lage der Wunde mit Medikamenten, Verbänden und einer gründlichen Wundreinigung vorgehen. Doch viel zu oft ist die Wunde therapieresistent, obwohl Patient und Arzt alles richtig gemacht haben. Dann besteht am Ende die Gefahr, dass der Chirurg den Fuß amputieren muss.
Neue Therapie macht Hoffnung!
Die hyperbare Sauerstoff-Therapie (HBO) kommt nur zum Einsatz, wenn andere Behandlungen fehlschlagen. Das Schicksal des Fußes muss massiv gefährdet sein.
Nur etwa 30 Kliniken und Behandlungszentren in Deutschland bieten eine hyperbare Sauerstoff-Therapie an. Sie finden eine Liste beim Verband Deutscher Druckkammerzentren unter: www.vdd-hbo.de.
So läuft die HBO-Therapie ab
Bei einer hyperbaren Sauerstoff-Therapie sitzen Sie in einer Druckkammer. Diese Druckkammer erhöht den Luftdruck um das Dreifache. Sie atmen in der Druckkammer jedoch keine normale Luft. Stattdessen strömt 100 Prozent reiner Sauerstoff in Ihre Lungen.
Sie müssen über mehrere Wochen bis Monate einmal am Tag in die Druckkammer. Eine einzelne Sitzung dauert in der Regel zwischen 1 und 2 Stunden. Die typische deutsche Druckkammer kann mehrere Patienten auf einmal beherbergen. Den reinen Sauerstoff atmen Sie über eine individuelle Atemmaske ein.
Merken Sie sich: Eine hyperbare Sauerstoff-Therapie findet immer neben der sorgfältigen Wundversorgung und Entlastung des Fußes als Ergänzung statt.
Die Wirksamkeit der HBO-Therapie
- Die herkömmliche Wundbehandlung schließt 24 von 100 Wunden am Fuß.
- Mit einer zusätzlichen hyperbaren Sauerstoff-Therapie schließen sich 38 von 100 Wunden am Fuß.
Diese Nebenwirkungen sind bekannt
- Da ein Überdruck zum Einsatz kommt, müssen Sie für einen Druckausgleich in Ihren Ohren sorgen (wie beim Fliegen oder Tauchen).
- Während der Sitzung besteht ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerung. Eine engmaschige Blutzuckerkontrolle ist erforderlich.
- Ganz selten: vorübergehende Sehstörungen (Kurzsichtigkeit) oder Lungenprobleme.
FAZIT
Schlecht heilende Wunden am Fuß gehören zu den gefährlichsten Folgen des Diabetes. Die hyperbare Sauerstoff-Therapie kann in schwierigen Fällen die Durchblutung verbessern und die Heilung deutlich unterstützen. Entscheidend bleibt jedoch eine gute Blutzuckereinstellung und eine sorgfältige Fußpflege – denn je früher Probleme erkannt werden, desto besser lassen sich schwere Komplikationen vermeiden.