Heilpflanzen begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. Lange bevor es Tabletten und Kapseln gab, nutzten unsere Vorfahren Pflanzensäfte, um Stoffwechsel, Verdauung und Herz-Kreislauf-System zu unterstützen. Viele dieser bewährten Pflanzen sind heute fast in Vergessenheit geraten – völlig zu Unrecht. Richtig eingesetzt können Heilpflanzen-Säfte Ihre Gesundheit auf natürliche Weise stärken und wichtige Körperfunktionen regulieren. Im Folgenden stelle ich Ihnen die wichtigsten Heilpflanzen-Säfte vor und erkläre, wie sie gezielt auf Ihren Körper wirken.
Baldrian
Baldrian kennen die Menschen seit Jahrhunderten als Heilkraut. Ursprünglich war Baldrian eine wildwachsende Pflanze. Heute wird Baldrian in ganz Europa angebaut. Wir verwenden ausschließlich die Wurzel vom Baldrian. Die wirksamen Bestandteile sind das Baldrianöl, Ester, Gummi, Harz, Gerbstoffe und organische Säuren. Der naturreine Saft aus der Pflanze riecht und schmeckt nicht streng.
Die Wirkung: Baldrian wirkt beruhigend auf Ihre Nerven, leitet den Schlaf ein und löst Krämpfe. Sie können Baldrian auch bei nervös bedingter Herzunruhe, geistiger Überarbeitung, Kopfschmerzen, klimakterischen Beschwerden und einem nervösen Magen-Darm einsetzen.
Dosierung: Während Ihrer Pflanzenkur nehmen Sie vier Wochen lang täglich dreimal einen Esslöffel Saft mit 5 EL Wasser ein.
Bohnen
Die Hersteller pressen die jungen, frischen grünen Bohnen. Die wirksamen Bestandteile in der Bohne sind Hormone (Phytoöstrogene) und hormonähnlich wirkende Substanzen wie Thyrosin, Lysin und Leucin. Daneben gibt es noch das leberwirksame Cholin und viele Mineralien.
Die Wirkung: Bohnensaft entschlackt und entlastet den Kreislauf. Denn Bohnen haben eine harntreibende Kraft. Das entlastet Ihre Leber und Ihre Nieren. Da die Leber als zentrales Organ des Stoffwechsels immer bei der Entstehung von Diabetes beteiligt ist, hat dies positive Auswirkungen auf Ihren Blutzucker.
Dosierung: Nehmen Sie vier Wochen lang täglich dreimal 1 EL Saft und mit der fünffachen Menge Wasser ein.
Hafer
Meine Oma hat mir immer erzählt, dass in ihrer Jugend die schwachen und zappeligen Kinder Haferflockensuppe zu essen bekamen. Denn bei diesen Kindern spielt Hafer seine Stärken aus. Den naturreinen Presssaft gewinnen wir aus dem frischen, noch grünen Hafer. In diesem Zustand sind die Wirkstoffe im Hafer noch besonders reichlich enthalten. Ich rede von Eiweißen, Pentosanen (speziellen gesunden Kohlenhydraten), Stärke, Fett, Dextrin, Kieselsäure und Mineralstoffen.
Die Wirkung: Wichtig ist nicht nur der Nährwert des Hafers, sondern auch seine beruhigende Wirkung. Außerdem stärkt Hafer die Nerven. Volksmediziner wissen seit Jahrhunderten, dass Hafer gegen Nervosität, Harnwegsinfektionen, Gicht, Rheuma, Neigung zu Steinbildung (z. B. in der Galle) und Fieber wirkt. Darüber hinaus verbessert Hafersaft den Appetit.
Dosierung: Hafersaft sollten Sie immer über mehrere Wochen einnehmen. Denn Ihre Nerven reagieren nicht kurzfristig auf eine Einnahme. Nehmen Sie täglich dreimal einen Esslöffel mit 5 EL Wasser verdünnt. Wenn Sie merken, dass Ihnen das guttut, dann dürfen Sie die Menge vollkommen unbedenklich auch auf das Dreifache erhöhen.
Sauerkraut
Sauerkraut ist der einzige vergorene Pflanzensaft. Sauerkraut wird aus Weißkohl gewonnen.
Die Wirkung: Besondere Kraft entwickelt der Saft des Sauerkrauts auf die Bakterien im Darm. Denn moderne Ernährung lässt die falschen Bakterien in Ihrem Darm wachsen. Die Folge sind Aufstoßen, Blähbauch, Völlegefühl und Verstopfung. Viel schlimmer ist zudem, dass die falschen Bakterien im Darm ständig Ihr Immunsystem schwächen. Dann kommt es nach einigen Jahrzehnten gehäuft zur Ausbildung von Übergewicht, Diabetes und sogar Krebs.
Dosierung: Nehmen Sie vier Wochen lang dreimal täglich 50 ml Saft ein. Hier müssen Sie den Saft nicht verdünnen.
Sellerie
Sellerie kennen wir heute ausschließlich als Kulturpflanze. Es gibt Knollen-, Stiel- und Blattsellerie. Käufliche Säfte stammen aus der Knolle. Die wirksamen Bestandteile sind ätherische Öle, Hormone (Phytoöstrogene und testosteronähnliche Substanzen), Luteolin sowie Apigenin (beide gegen Entzündungen), Phthalide (natürliche Blutdrucksenker), Vitamin C, Eiweiße und Mineralstoffe.
Die Wirkung: Die Naturmedizin setzt Sellerie zur Entwässerung bei rheumatischen Beschwerden ein. Ebenfalls verhilft Sellerie zur Besserung von Gichtbeschwerden. Allgemein hilft Sellerie bei der Anregung des Stoffwechsels und der Drüsen. Sellerie kann eine Schlankheitskur unterstützen und das Blut reinigen.
Gut zu wissen
Der Volksmund sagt Sellerie eine Anregung der Liebeslust nach. Diese ergibt sich aus der harntreibenden Wirkung. Denn das sorgt für eine verbesserte Durchblutung der Geschlechtsorgane. Aber Vorsicht: Genau deshalb ist Selleriesaft bei akuten Nieren- und Harnwegsentzündungen ungeeignet.
Dosierung: Nehmen Sie drei Wochen lang täglich dreimal 1 EL ein und verdünnen Sie jeweils mit der fünffachen Menge Wasser.
Wacholder
Wacholder gehört zu den berühmtesten Drogen der Volks- und Naturheilkunde. Denken Sie nur daran, wie viele verschiedene Arten an Wacholderschnaps es gibt. Die wirksamen Bestandteile im Wacholder sind ätherisches Wacholderöl, Terpene, der Bitterstoff Juniperin, Gerbstoffe, Eiweiße, Enzyme und Mineralstoffe.
Die Wirkung: Wacholder hat eine starke harnausleitende Wirkung und behebt relativ schnell Störungen in Magen und Darm. Oft verschwinden Sodbrennen, Aufstoßen und Blähungen schon nach einer einzigen Gabe. Vernünftige Mengen an Wacholder stärken die Nieren.
Gut zu wissen
Die Wacholderbeeren enthalten relativ wenig Wasser. Deswegen ist es den Herstellern unmöglich, einen naturreinen Saft herauszupressen, der sich sofort trinken lässt. Flüssige Wacholder-Produkte sind also ab Werk verdünnt oder sind eine hochkonzentrierte Tinktur.
Dosierung/Produktempfehlung: Wacholdersäfte sind meist auf Alkoholbasis. Es gibt alkoholfreie Wacholder-Extrakte. Dann handelt es sich um eine wilde Mischung an Kräutern (z. B. Vissenium Kräuterextrakt von Klostergut Aich, 250 ml für 20 Euro). Deswegen rate ich ausnahmsweise zur alkoholhaltigen Variante. Gut ist die Naturkäutertinktur Wacholderbeere (Juniperus Communis) von Duschlbaur. Sie nehmen dreimal täglich 7 Tropfen ein. Dazu verdünnen Sie mit einem Schnapsglas voll Wasser. Die Tinktur enthält 45 Prozent Alkohol – allerdings kommen Sie pro Tag lediglich auf 21 Tropfen Tinktur. Trotzdem ist das für Suchtgefährdete nichts. Eine Flasche enthält 50 ml und reicht 45 Tage. Die Flasche kostet 25 Euro.
Weißdorn
Weißdorn gehört zu den Rosengewächsen. Er wächst wild in Hecken, Gebüschen, an Zäunen, Waldrändern und Bahndämmen. Sie pressen den naturreinen Pflanzensaft roh aus den frischen Blüten, Blättern und Früchten des Weißdorns. Die wirksamen Bestandteile sind ätherische Öle, Farbstoffe, Bitterstoffe, Harz, Enzyme und Mineralien. Mittlerweile weiß die Wissenschaft um insgesamt 50 verschiedene Substanzen im Weißdorn. Interessanterweise erzielt keine einzelne Substanz für sich allein genommen eine besonders starke Wirkung. Jedoch haben sie sich in ihrem Zusammenspiel medizinisch außerordentlich bewährt.
Die Wirkung: Weißdorn ist angezeigt bei leichten Herzenleiden, Leiden des Kreislaufs und der Durchblutung. Dazu zählen auch leichte Probleme mit dem Blutdruck. Ich rede hier also von klassischen Volksbeschwerden. Der Hausarzt bemerkt dies, aber er ordnet das noch nicht zwingend als behandlungsbedürftig ein. Trotzdem können diese Zustände die Betroffenen beunruhigen oder die Zustände sind für die Betroffenen lästig. Sie können Weißdorn-Tee in jeder Apotheke oder im Reformhaus kaufen. Wesentlich wirksamer ist aber der frisch gepresste naturreine Pflanzensaft.
Dosierung: Machen Sie unbedingt eine vier Wochen lange Kur. Nehmen Sie täglich dreimal 1 EL voll Weißdornsaft und füllen Sie mit der fünffachen Menge Wasser auf.
Gut zu wissen
Es spricht nichts dagegen, dass Sie Weißdornsaft für den Rest Ihres Lebens einnehmen, wenn Sie spüren, dass er Ihnen guttut. Dann jedoch sollten Sie mit zwei Esslöffeln täglich planen. Also ein Esslöffel morgens und ein Esslöffel abends. Natürlich wieder mit 5 EL Wasser aufgefüllt.
Wermut
Auch heute finden Sie Wermutkraut hin und wieder wildwachsend an Flussufern, Weinbergen, Felsen und in felsigen Wiesen. Für medizinische Zwecke gibt es einen landwirtschaftlichen Anbau. Die Hersteller pressen den naturreinen Pflanzensaft aus dem frischen blühenden Kraut. Die wirksamen Substanzen sind Bitterstoffe, Glykoside, ätherische Öle, Gerbstoffe, Mineralstoffe und Absinthin.
Die Wirkung: Naturheilkundler schwören auf Wermut zur Anregung des Appetits und zur Regulierung der Verdauung. Es kommt zu weniger Blähungen und Verstopfungen, denn Wermut reguliert die Magensäure. Zudem aktiviert Wermut den Stoffwechsel in Leber und Galle. Wermut kann auch Rheuma und Diabetes Typ 2 günstig beeinflussen. Ebenso steigert Wermut die Nierentätigkeit. Allgemein kommt der gesamte Stoffwechsel in Schwung. Das ist besonders für Sie als Diabetiker Gold wert ist! Denn der Stoffwechsel des Diabetikers ist generell ein bisschen träge und neigt zu Übergewicht.
Dosierung: Nehmen Sie vier Wochen lang dreimal täglich 1 TL (!) voll. Verdünnen Sie den Saft mit der fünffachen Menge an Wasser.
Gut zu wissen
Übertreiben Sie den Einsatz von Wermut nicht. Denn größere Mengen können zu Nierenreizungen führen. Deswegen ist Wermut grundsätzlich bei akuten Entzündungen der Harnorgane ungeeignet.
Zwiebel
Die Menschen in deutschsprachigen Ländern essen viel zu wenig Zwiebeln. Die Zwiebel ist supergesund. Damit Sie die wichtigen Inhaltsstoffe in ausreichender Menge aufnehmen, müssten Sie jeden Tag eine große Zwiebel essen. Deswegen leben die Südeuropäer mit ihrer mediterranen Diät einfach gesünder. Diese essen einfach mehr Zwiebeln. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, ein an Senföl erinnerndes Glykosid, Vitamine, Eiweiße, Mineralstoffe und ein pflanzliches Hormon (Glucokinin). Dieses wirkt ähnlich wie Insulin.
Die Wirkung: Zwiebel unterstützt die Leber und Bauchspeicheldrüse. Das hat positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Der Blutzucker sinkt. Außerdem hilft die Zwiebel den Atemwegen, den Verdauungsorganen und den Nieren.
Dosierung: Trinken Sie vier Wochen lang täglich dreimal 1 EL und verdünnen Sie mit der fünffachen Menge an Wasser.
Meine Produktempfehlungen
Für Anfänger ist das Pressen der genannten pflanzlichen Stoffe eine echte Herausforderung. Da ist es keine Schande, auf hochwertige Säfte von renommierten Herstellern zurückzugreifen:
- Baldian: Baldriansaft Schoenenberger von Salus Pharma, 600 ml für 15 Euro.
- Bohnen: Hayek Bohnensaft, 200 ml für 9 Euro.
- Hafer: Hafer Heilpflanzensaft von Salus Pharma, 200 ml für 7 Euro.
- Sauerkraut: Schoenenberger Sauerkraut Bio-Saft von Salus Haus, 750 ml für 4 Euro.
- Sellerie: Saft von Biotta, 500 ml für 5 Euro.
- Wacholder: Siehe oben.
- Weißdorn: Heilpflanzensaft „Weißdorn“ von Salus Pharma, 600 ml für 16 Euro.
- Wermut: naturreiner Heilpflanzensaft von Salus Pharma, 200 ml für 9 Euro.
- Zwiebel: Schoenenberger Saft von Salus Pharma, 200 ml für 6 Euro.